Gewinnungsgebiet Gettenbachtal

Im Gettenbachtal befinden sich insgesamt 6 Tiefbrunnen: die Brunnen A - F.
1974 wurden in einer ersten Ausbaustufe die Brunnen A - C niedergebracht, 1980 bis 1981 in einer zweiten Stufe die Brunnen D - F. Zur genauen Grundwasserbeobachtung wurden ebenfalls in der zweiten Ausbaustufe eine Vielzahl von Grundwasserbeobachtungspegeln gebohrt, um Reaktionen des Grundwasserspiegels auf die Wasserentnahme zu beobachten und zu dokumentieren.

Aus den Brunnengebäuden werden kontinuierlich Werte wie Fördermenge, Wasserspiegelhöhe, Stromüberwachung, Trockenlaufschutz, Netzspannung und das Verriegeln der Türen über Steuerkabel an die zentrale Netzleitstelle der Stadtwerke übertragen und von dort überwacht.

Auf dem Gelände des Brunnens A ist eine Regenmessanlage installiert, die automatisch die Niederschläge im Gettenbachtal misst und ebenfalls über Steuerkabel kontinuierlich an die Zentralwarte der Stadtwerke Gelnhausen überträgt.

Schnittdarstellung

Im Gettenbachtal wird ebenfalls von den Stadtwerken an insgesamt drei Stellen der Bachablauf des Gettenbaches gemessen; an der Quelle selbst, am Ortseingang hinter der Gaststätte "Weißer Hirsch" und am Ortsausgang von Gettenbach. Diese Daten werden teilweise kontinuierlich fernübertragen oder mittels Datenlogger aufgezeichnet und nach Bedarf ausgelesen und ausgewertet.

Der Großteil der Gebäude wurde aus Gründen der Haltbarkeit, aber auch um eine gute Einbindung in die Umgebung zu erreichen, mit Sandsteinfassaden ausgestattet.

Herzstück für die Stromversorgung des Gettenbachtales ist die Transformatorenstation im Brunnen E. Dort befindet sich die 20.000-V-Schaltanlage, über die der Transformator im Brunnen E und der Transformator im Brunnen A versorgt werden. Der Transformator im Brunnen A ist dabei über ein 1.200 m langes 20.000-V-Kabel mit der Schaltanlage verbunden. Die Transformatoren setzen die Spannung von 20.000 V auf für die Pumpen verträgliche 230 V um. Die gesamte elektrische Energie, die zur Wassergewinnung im Gettenbachtal benötigt wird, beträgt 1,3 Mio. kWh. Dies entspricht im Vergleich dem Strombezug von 360 Haushalten. 

Brunnen A

Der Brunnen A weist im Vergleich zu den anderen 5 Brunnen im Gettenbachtal eine Besonderheit auf: Er ist mit 2 Unterwasserpumpen ausgestattet.

Eine Pumpe liefert Wasser mit den Pumpen der anderen Brunnen B - F über die Druckerhöhungsanlage im Brunnen B zur Aufbereitung Blockhaus in Gelnhausen; die 2. Pumpe hängt tiefer und kann bei nachlassender Schüttung der Quelle Gettenbach in diese nachspeisen. Dies war vor 1991 zeitweise notwendig, da damals der Ortsteil Gettenbach der Gemeinde Gründau aus dieser Quelle mit Trinkwasser versorgt wurde. Mittlerweile wird der Hochbehälter Gettenbach automatisch, abhängig vom Behälterstand, aus der Brunnentransportleitung der Stadtwerke Gelnhausen gefüllt.

Die zweite Pumpe, die "Quellenpumpe" im Brunnen A, hängt tiefer, um bei sinkendem Wasserspiegel und möglichem Trockenfallen der eigentlichen Brunnenpumpe auf jeden Fall eine Nachspeisung für die Quelle sicherzustellen.

Brunnen B

Der Brunnen B ist neben der im Tiefbrunnen befindlichen Unterwasserpumpe mit zwei sogenannten Druckerhöhungspumpen im Rohrmantel, waagrecht eingebaut, ausgestattet. Die Aufgabe dieser Rohrmantelpumpen ist es, alles von den Tiefbrunnen geförderte Wasser zur Aufbereitungsanlage Blockhaus in Gelnhausen zu pumpen. Dies hat zum Vorteil, dass nicht alle 6 Brunnenpumpen den Höhenunterschied von rd. 170 m nach Gelnhausen überwinden müssen, sondern nur bis zum Brunnen B, was sich auf die Dimensionierung der einzelnen Pumpen und somit auf die Stückkosten und den notwendigen Förderenergiebedarf positiv auswirkt.


Die Druckerhöhungsanlage ist aus Gründen eines möglichen Störfalles mit zwei Rohrmantelpumpen ausgestattet. Sind aus betrieblichen oder wartungstechnischen Gründen nicht alle 6 Brunnen in Betrieb und somit die Zuspeisemenge der Brunnen in die Druckerhöhungsanlage schwankend, regelt ein frequenzgeregelter Umrichter die Fördermenge der Rohrmantelpumpe, so dass die Pumpe immer in ihrem jeweiligen Optimum betrieben wird.