Korrosionswahrscheinlichkeiten/Werkstoffauswahl

Die novellierte Trinkwasserverordnung vom 21.05.2001 (TrinkwV 2001) legt nicht nur Anforderungen an die Beschaffenheit des Trinkwassers fest, sie enthält auch Regelungen, dass das Trinkwasser bei dessen Aufbereitung und Verteilung nicht durch die Werkstoffe und Materialien der mit dem Wasser in Berührung kommenden Anlagenteile in unzulässiger Weise beeinträchtigt wird.

Die TrinkwV 2001 nimmt dabei Bezug auf verschiedene Normen und technische Regelwerke. Beispielsweise werden die Wechselwirkungen zwischen metallischen Werkstoffen und dem Wasser in der DIN EN 12502, Teil 1 bis 5 (März 2005) sowie der DIN 50930, Teil 6 (August 2001), in Form von Wahrscheinlichkeitsaussagen über die Korrosionsart und Korrosionserscheinungen beschrieben.

Die in der Hausinstallation verwendeten Materialien sind auf das Trinkwasser abzustellen und nicht umgekehrt. Der Hauseigentümer sowie der von ihm beauftragte Installateur sind verpflichtet, für die Ausführung installationstechnischer Arbeiten Informationen über die örtliche Wasserqualität einzuholen und die von ihm zur Verwendung vorgesehenen Materialien auf seine Geeignetheit für das konkret vorhandene Wasser zu prüfen.

In der beiliegenden Tabelle sind Informationen über das korrosionsrelevante Verhalten des Trinkwassers im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Gelnhausen enthalten, so dass die Einsatzmöglichkeiten verschiedener metallischer Werkstoffe in Trinkwasserinstallationen beurteilt werden können. Danach ergeben sich hinsichtlich der Korrosion metallischer Werkstoffe mögliche Einsatzbeschränkungen für einzelne Werkstoffvarianten.

Die Korrosion, ihre Erscheinungsformen und deren Ausmaß werden durch Eigenschaften und Art des Werkstoffes, der Wasserbeschaffenheit, der Installationsausführung (z. B. Verarbeitung, verwendete Materialien und Ausführungen bei Verbindungstechniken, Alter) und den Betriebsbedingungen (z. B. Fließgeschwindigkeit, verbrauchsabhängige Entnahmegewohnheiten, Stagnationszeiten) beeinflusst.
Wegen der komplexen Zusammenhänge zwischen diesen Einflussgrößen und wegen der bei einigen Korrosionsarten ausgeprägten Abhängigkeit von zufälligen Ereignissen können über das Ausmaß von Korrosionserscheinungen im Allgemeinen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen gemacht werden. Diese Informationen können als Entscheidungshilfen dienen.
Zur Bewertung der Korrosionswahrscheinlichkeit oder eines Korrosionsschadens eines bestimmten Werkstoffes in einem Wasserverteilungs- und -speichersystem müssen alle aufgeführten Einflussfaktoren und deren mögliche Wechselwirkungen betrachtet werden. Es bedarf daher in der Regel umfangreicher Untersuchungen, die durch einen Korrosionsschutz-Fachmann oder zumindest eine auf dem Gebiet des Korrosionsschutzes fachlich geschulte und erfahrene Person beurteilt werden. 

Werkstoffauswahl

In den angehängten Tabellen sind Informationen über das korrosionsrelevante Verhalten des Trinkwassers in verschiedenen Gemeinden zusammengestellt, so dass von einem Fachmann/-frau die Einsatzmöglichkeiten verschiedener metallischer Werkstoffe in den Trinkwasser-Hausinstallationen beurteilt werden kann.